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Zur Geschichte
der Imma Algoviae
Im profanen Jahr 1927 (a. U. 68) streifte der
Flügelschlag Uhus das Städtchen Immenstadt im südlichsten Winkel
Deutschlands, das kaum 5.000 Einwohner zählte. In der künstlerisch
gestalteten Chronik des heutigen Reyches Imma Algoviae (281) heißt es
darüber:„Bayerisches Allgäu, Immenstadt, eine herrlich schöne,
abwechslungsreiche Gebirgsgegend, aber ein uhufinsterer Ort! Ein
begeisterter Ritter Uhus, Schlaraffustra, dem Reyche Monachia zugehörig,
fühlte sich in dieser Finsternis nicht behaglich und suchte nach
Einwohnern des Städtchens, welche er der Erleuchtung durch Uhu würdig
fand.
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Viele Zusammenkünfte anfangs 1928
lösten schließlich auch eine der schwierigsten Fragen, nämlich
die Suche nach einem zweiten Ritter, ohne den die Gründung einer
Colonie nicht möglich war. Gefunden wurde er in dem Ritter
Quergang, der als Zollinspektor des Austria-Reyches Porta Tiroliae
in Oberstdorf tätig war. Dann ging es Schlag auf Schlag.
Nachdem des Gründers schlaraffische Freunde aus
der bayerischen Landeshauptstadt zuerst nicht allzu sehr an die
erfolgreiche Geburt einer schlaraffischen Tochter in dem 150
Kilometer entfernten „Nest" glaubten, hatte man sich -
natürlich auch der Entfernungen wegen - das Reych Castrum
Brigantium aus dem nur 50 Kilometern entfernten österreichischen
Bregenz als Ziehmutter auserkoren. Die Briganten waren sofort
bereit, den von Schlaraffia inzwischen begeisterten Immenstädtern
hier eine Sippung vorzuführen. Mit einem in der damaligen Zeit
üblichen hochräderigen gelben Postomnibus kam dieses Reych am
Samstag, 14. im Heumond, begleitet von Sassen der Dornbirna und
Vindobona, vollzählig in Immenstadt an und begeisterte die 36
geladenen Immenstädter Bürger mit ihrer Sippung so, dass sich am
Ende dieser Sippung spontan 32 als Interessenten für die
Schlaraffia meldeten.
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Nach vielen Spiegelstunden im Laufe des Sommers fand am
3. d. Lethemondes a. U. 69 (1928) die erste Sippung des Feldlagers statt.
Zwei Wochen später konnte bereits die neue Burg eingeweiht werden. Ein
Telegramm der Mutter Monachia verkündete, dass die Coloneygründung zum
8. des Christmondes a. U. 69 von der Allmutter Praga genehmigt wurde. Die
Coloney- Gründungsfeyer am 13. d. Ostermondes a. U. 70 war dann das erste
rauschende Fest der Imma Algoviae im großen Hofgartensaal, das nur noch
von der fulminanten Sanktionsfeyer übertroffen wurde, die am 10. im
Wonnemond a. U. 71 (1930) vom Oberschlaraffen Central der Allmutter Praga
mit seinen zwei Begleitrittern durchgeführt wurde. 24 Reyche mit 171
Sassen waren dazu eingeritten.
| Das begeisterte Sippen der Imma-Sassen
erlitt aber nach kaum fünf Jahrungen fröhlichen Schlaraffenlebens
durch die damaligen profanen Verhältnisse einen jähen Einbruch. Ab
Ende des Ostermondes a. U. 74 (1933) sippte nur mehr eine Handvoll
übrig gebliebener Sassen zusammen mit denen der Cambodunum hier
weiter. 160 solcher zum Teil geheimer Sippungen in Heimburgen sind
bis a. U. 79 (1938) durch die Schmierbücher der Imma nachgewiesen.
Noch am 2. d. Hornung a. U. 79 wurde in der Heimburg des Ritters
Machenwir ein Sasse durch einen Notritterschlag zum Ritter „Oschla
der Wattierte" gekürt. „Oschla" bedeutete „ohne
Schlag", da das Reychsschwert der Imma Algoviae kurz zuvor bei
Nacht und Nebel über die Grenze geschafft und in die Obhut der
Ziehmutter Castrum Brigantium gegeben wurde; nicht ahnend
allerdings, dass auch dort das Ende der Schlaraffia kurz bevorstand.
Welcher „Brigante" dann das Reychsschwert über die Schweizer
Grenze in das Reych Gallia Helvetica schmuggelte, ist nicht mehr
bekannt. Erst a. U. 89 (1949) erfuhr die neugegründete Imma mit
großer Begeisterung, dass sie ihr altes Reychsschwert in der Gallia
abholen könne. |
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Aber durch das Geschehen von 1933 bis 1938 und das, was
danach in Europa folgte, war die schlaraffische Idee in Immenstadt nicht
auszulöschen. Die letzten Getreuen hielten weiter zusammen, und kaum zehn
Jahre später entstand 1948 die Imma Algoviae wie der Phönix aus der
Asche neu. Noch schöner und größer!
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Schon 1947 begann der unverwüstliche
Ritter Machenwir, einst Gründungsknappe des Reyches, in einem alten
Kartoffelkeller des Hotels Bayerischer Hof in Immenstadt eine neue
Burg zu bauen. Ein winziger Raum mit einem Klavier und zwei Tischen.
Und wieder wurden Immenstädter Bürger - aber vor allem auch
ehemalige vertriebene Schlaraffen aus dem Sudetenland - eingeladen,
um das Reych Imma Algoviae neu erstehen zu lassen. So war die Imma
unter den ersten Reychen, die nach dem Krieg möglichst schnell
wieder zu sippen begannen. Am 31. Eismond a. U. 89 (1948) wurde sie
unter schwierigsten Umständen wieder gegründet. Der Ritter
Machenwir wurde am 6. Homung a. U. 89 von der amerikanischen
Militärregierung als „l. Chairman" dieses Vereines lizenziert.
Und es entstand im Geiste unserer Allmutter Praga eine neue Imma,
die wie eh und je zu neuem Leben erblühte. |
Schon am 10. im Lenzmond a. U. 89 wurde die 300. Sippung
gefeiert und am 10. d. Lethemondes a. U. 94 das 25jährige Stiftungsfest.
Durch ihre ausrittfreudigen Sassen, ihre Hubertusfeiern und
Alpvogtsippungen, aber auch durch ihre musikalischen Botschafter wie die
Ritter Clafürio und dem in Ahall weilenden Ritter Saitenfuchs wurde die
Imma Algoviae im Uhuversum weit bekannt. Nicht zuletzt aber auch durch den
Praga-Ritter Meddernich, den letzten Kantzler der Allmutter, der hier
sesshaft wurde.
So lebt dieses kleine, aber aktive Reych, das kaum eine
Sippung ohne Einritte kennt, bescheiden inmitten der großartigen Bergwelt
des Allgäus weiterhin - unserer Allmutter Praga zu Ehren! Seit fast 80
Jahrungen ist es bestrebt, zusammen mit vielen Freunden - vor allem rund
um den Bodensee - sein besonderes Gepräge zu erhalten: manchmal ein
bisschen „rauh aber herzlich" und mit vielen musikalischen
Höhepunkten.
(aus "Derer Schlaraffia Zeyttungen"
Numero 8, 131. Jahrgang Rt
Lo Kales)
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